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Forschung-Alkohol

Vor Ort: Forscher entdecken die Mechanismen von der Lust
Woher kommt die Lust auf Alkohol? Wissenschaftler der Berliner Charité versuchen die Veränderungen aufzudecken, die die Sucht im Gehirn verursacht.
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Die Wirkung von Alkohol auf das Gehirn ist noch unzureichend erforscht.
Im Gehirn des Menschen arbeitet eine Art natürliches Belohnungssystem. Die Nervenzellen in bestimmten Hirn-Bereichen werden verstärkt bei Reizen aktiv, die für das Überleben (z.B. Sexualität oder Essen) und das Wohlbefinden wichtig sind. Angenommen wird, dass das Gehirn unterschiedlichste Verhaltenweisen, Wahrnehmungen oder Empfindungen durch dieses Belohnungssystem verstärkt. Die am Belohnungssystem beteiligten Areale werden durch den Botenstoff Dopamin gesteuert. Diese Substanz spielt auch bei Vorfreude und Glücksempfinden eine Rolle.
 
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Computertomografie
Die Mediziner haben mit Hilfe der Computertomografie die Gehirne von Gesunden und von Alkoholkranken verglichen. Bei Alkoholabhängigen konnte man im Röntgenbild sehen, dass die Andockstellen für das Glückshormon Dopamin verändert sind. Sie fahren ihre Aktivität herunter, das Belohnungszentrum hat Mangelerscheinungen. Um das Gleichgewicht wieder zu erlangen, signalisiert das Gehirn Nachschub an Alkohol. Dieses gestörte Belohnungszentrum erhöht bei trockenen Alkoholikern die Rückfallgefahr nach einem Entzug. Allerdings normalisiert sich das Dopaminsystem wieder, je länger man keinen Alkohol trinkt. In dieser Übergangsphase können Medikamente helfen. Sie simulieren im Belohnungssystem die Alkoholwirkung und helfen dem Patienten somit, trocken zu bleiben.
 

 

Alkohol - wieviel verträgt die Leber?
Alkohol - in Deutschland Volksdroge Nr. 1. Gerade in der geselligen Faschingszeit gibt es reichlich Anlaß, ein Gläschen zu trinken. Und glaubt man einigen Veröffentlichungen, dann ist der maßvolle Alkoholgenuß sogar gesundheitsfördernd und medizinisch sinnvoll. So berichtetet das renommierte "American Journal of Epidemiology" in seiner aktuellen Ausgabe, daß Prostataerkrankungen durch moderaten Alkoholkonsum vermieden werden können. Dagegen stehen die erschreckenden Zahlen der "Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren": 4,4 Millionen Alkoholabhängige, 10 Millionen mitbetroffene Familienangehörige. Bei insgesamt 9,3 Mio. Menschen wird der Alkoholkonsum als riskant bis massiv gesundheitsschädlich eingeschätzt. Jährlich sterben 40.000 Menschen vorzeitig am übermäßigen Alkoholkonsum, und jedes 10. Kind beginnt mit dem Konsum bereits vor dem 14. Lebensjahr. Alkohol: eine gefährlich Droge oder nur eine Frage des gesunden Maßes?
 
Medizinisches Wörterbuch: Alkohol & Lebererkrankungen
Alkohol ist ein Zellgift. Die Leber - das wichtigste Entgiftungsorgan unseres Körpers - ist von starkem Alkoholkonsum besonders betroffen. Pro Stunde kann die Leber etwa ein Gramm Alkohol je zehn Kilogramm Körpergewicht abbauen. Nichts - weder Kaffee noch Medikamente - kann diesen Abbau beschleunigen. Da die Leber bei chronischen Alkoholikern zu 80-90% mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist, kann sie keine anderen Stoffwechselfunktionen übernehmen. Dazu zählt z. B. die Verdauung von Fett. Das nicht abgebaute Fett lagert sich in der Leber an und führt allmählich zu einer sog. Alkoholfettleber. Bei einer Leberentzündung (Hepatitis) kommt es zunächst zu Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen sowie grippeähnlichen Beschwerden, wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit, Gliederschmerzen und Verdauungsstörungen. Später tritt meist eine Gelbsucht auf. Durch die Entzündung der Leber kann sich auch die Galle nicht mehr entleeren und die Farbe von Stuhl (heller) und Urin (dunkler) verändert sich. Die Erkrankung kann sehr leicht chronisch werden. Nach jahrelangem Alkoholmißbrauch kann es schließlich zu einer Leberschrumpfung (Leberzirrhose) kommen. Dabei treten zahlreiche Beschwerden auf (z. B. Hormonstörungen, Blutungen der Speiseröhre, Bauchwassersucht, Hämorrhoiden usw.). Im späten Stadium verliert die Leber ihre Funktion vollständig und endgültig.
 
Vor Ort: Sächsisches Krankenhaus Hubertusburg
Alkoholabhängigkeit schließt nicht nur die Gefahr schwerer körperlicher Schädigungen (Bauchspeicheldrüse, Gehirn, Herz, Leber, Magen) ein. Alkoholismus bedeutet zugleich jahrelange seelische Qual, Isolation, nicht selten akute Lebensbedrohung und Tod. Für die Betroffenen erscheint die Sucht oft als unabwendbares Schicksal. Und doch gibt es Wege zu einem Leben ohne Alkohol. Praktische Hilfe bieten Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und spezialisierte Kliniken, z. B. die Suchtstation am Krankenhaus Hubertusburg. Hier wird Alkoholabhängigkeit mit einer komplexen Entwöhnungstherapie behandelt. Dazu zählen vier Phasen: Während der Kontaktphase wird die konkrete Form der Abhängigkeit geklärt und das Ausmaß der körperlichen und seelischen Schäden ermittelt. An zweiter Stelle steht die Entgiftungsphase. Der Körper muß jetzt den völligen Alkoholentzug verkraften. Diese schwierige Phase wird von den Ärzten genau beobachtet und mit stabilisierenden Präparaten unterstützt. Der Entgiftung schließt sich die Entwöhnungsphase an. Um einen dauerhaften Therapieerfolg zu sichern, müssen die bisher suchtfördernden Einstellungen erkannt und durch alternative Verhaltensweisen ersetzt werden. Schließlich: In der Nachsorgephase geht es darum, das Leben ohne Alkohol zu stabilisieren. Außerdem stehen die Mediziner sofort zur Verfügung (Krisenintervention), wenn es zu Rückfällen kommt.

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