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Das Blaue Kreuz

Mittelpunkt ist der Mensch

Was passiert um den Menschen herum?

Was erfährt der Mensch, der den Schritt in die Gruppe gewagt hat?

Ist er mit seiner Entscheidung zufrieden, kann er hier bleiben?

Ist all das, was wir hier sehen, so dargestellt, wie alle es erleben?

Wir beschäftigen uns mit all diesen Problemen und planen Schritt für Schritt Neues. Ja wir dürfen uns freuen, wir haben die Möglichkeit der Veränderung.
Eigentlich haben wir uns schon verändert! Wir sind aufgestanden und hier hergekommen.


Es gibt ganz viele Suchtarten. In der Gesellschaft wird z. B. die Arbeitssucht selten erkannt, weil ja viel Arbeiten mit Lob versehen wird.

Auch übermäßiges Sporttreiben, es werden Hormone ausgestreut, die unseren Körper täuschen.


Beziehungen:
Die Waage im Hintergrund ist gewollt. In welche Richtung geht das Pendel?
Freundschaften die wir während unserer Nassen Phase haben, müssen nicht die richtigen sein. Wir mögen es ja, wenn man in unsere Kerbe schlägt, und uns unser Gewissen gut redet.

Aber jetzt sollen sich unsere Beziehungen wieder einpendeln. Das geht nicht von heute auf morgen.


Wege aus der Sucht

Nur wer wirklich möchte findet seinen persönlichen Weg.
Dazu gehört sich bewegen indem man hierher kommt, auf  andere zugeht, seine verschlossene Tür einen Spalt breit öffnet und hinaussieht.

In der letzten Folie ist alles offen für uns. Die Farbe leuchtet uns an, wir können froh sein. Wir sind hier und trinken nicht.

Das Leben kann durch den Schritt in eine noch unsichere ungewisse Zukunft, durch Sonne, Regen und Sturm vielfältiger, anders, nicht immer harmonisch aber doch erfüllter werden.

Dies sind einige Anregungen.

Aufstehen, Mut haben, mitunter auch schmerzhaft erkennen, dass man sich trennen muss. Und erkennen ein Leben lang sind wir gefährdet aber auch geborgen.

 

 

GEDANKEN; ERFAHRUNGEN;etwas zum NACHDENKEN


Wie fühlte ich mich ohne Alkohol?
- Es war etwas schief gelaufen!
- Unbemerkt geriet mein Leben auf Gleise, die ich scheinbar nicht mehr verlassen konnte!
- Ich hatte keine Tatkraft, fragte nach dem Sinn des Lebens.
- Ich geriet in eine Spirale: Mutlosigkeit, Unzufriedenheit, Ablehnung, Unsicherheit

Wie fühlte ich mich während des Konsums?
- Hochgefühl! (nur kurze Zeit)
- Die Schultern waren leicht, es lag keine Last mehr darauf.
- Jetzt konnte ich das Leben meistern.
- Hemmungen wurden abgebaut, Leichtigkeit in allen Dingen
- Dieses oder jenes Problem wurde einfach versteckt.

Aber dann:

brauchte ich mehr, um dieses Gefühl beibehalten zu können!
Nach langer Zeit litt mein Körper!
Es war nicht mehr zu verheimlichen!
Ich brauchte immer mehr, um existieren zu können!
Beschaffung sowie Sicherung kosteten ungeheuer viel Zeit und Kraft.
Es war furchtbar!
Ich wollte nicht mehr trinken und konnte doch nicht anders.

Warum trank ich weiter, obwohl ich es nicht wollte?
- In dieser grauen Zeit gab es Trinkpausen, die Abstände wurden immer kürzer.
- Ich fühlte mich allein und wußte keinen Weg.
- Ich hatte keine Vertrauen zu anderen.
- Da war die Angst vor körperlichen Beschwerden aber auch Bequemlichkeit.
- Die Frage stand schon jetzt im Raum: Was kommt danach? Keine Perspektive? Veränderung ist nötig!
- Ich wußte, nur wenn ich schonungslos offen bin, kann es gelingen.
- Ich wußte von Selbsthilfegruppen, aber mir fehlte der Mut.

Wie sah ich in meiner nassen Zeit meine Umwelt?
- Ich befand mich in einer dicken, trüben Bühe und nahm alles wie durch Watte war.
- Der Alltag rauschte im Rausch an mir vorbei.

Wie fühlten sich meine Angehörigen? Wie nachhaltig ist meine Krankheit noch heute?
(Mann/Freund/Kinder/Geschwister/Eltern?)

Wie kam ich bis heute aus diesem Dilemma heraus?
   *       Zum richtigen Zeitpunkt kam ich zum Blauen Kreuz!
   *       Jetzt bekenne ich mich zur Krankheit.
   *       Ich verleugne gemachte Fehler nicht (obwohl es schwer ist).
   *       Dabei gibt es Leidenszeiten, die zu überstehen sind. Im BK lerne ich damit zu leben.
   *       Ich nehme auf, aus dem Leben anderer, weise nicht sofort ab, was ich höre.
   *       Ich verinnerliche und denke nach: Paßt das zu mir?
   *       Ich höre zu und lerne zu reden!
   *       Tolleriere andere und mich selbst.!
   *       Situationen, die ich verursacht habe, schiebe ich nicht auf andere ab (auch wenn es schwer fällt).
   *       Es gibt Tage an denen ich freue mich ganz einfach freue ohne Alkohol zu sein.
In den ersten Monaten habe ich so gedacht:
Nicht zu viel auf einmal wollen. In kleinen Schritten Beständigkeit, Verlässlichkeit üben.
Das gilt auch heute noch.

 

BG,11.2.2004/Veronika Dommer

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