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Elektriker Anneus de Vries unsere Tochter Foliene kennen. 1965 haben die beiden geheiratet. Wie doch die Führungen Gottes zu erkennen sind. Anneus lernte die Blaukreuzarbeit kennen und hatte ein warmes Herz für diese Menschen. Wir besuchten oft gemeinsam betroffene Alkoholiker. Er wußte sich vom Herrn berufen, diesen Dienst zu tun.

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Als im Jahre 1968 in unserem Landkreis die Alkoholnot so stark angestiegen war, sah man auch die dringender werdende Betreuung. In diesen Jahren hatte man auch entdeckt, daß Alkoholismus eine Krankheit ist, zumindest drang diese Erkenntnis in die öffentlichen Stellen vor. Man bot dem Abhängigen eine Kurbehandlung an.

Die alten Blaukreuzsekr. sahen darin eine Gefahr, die auf Kosten der Botschaft von der Errettung der Menschen ging, und somit nur noch von einer Krankheit gesprochen werden könnte. Es bestand nach ihrer Meinung die Gefahr, daß das Werk schließlich in eine Sozialarbeit umfunktioniert werden könnte. Auch ich hielt an dieser Erkenntnis fest, und ich habe damit den jungen Mitarbeitern das Leben schwer gemacht. Anneus sagte zu mir:  "Papa, du kraabst uns tegen!" Ja, das tat ich bis zu dem Tage, als ich eine Vorstandskonferenz in Bookholzberg mitmachte. Hier besprachen wir mit den Vorstandsmitgliedern des Werkes gemeinsam das Problem. Kurt Twelker erklärte mir persönlich noch: "Nach wie vor bleibt unsere Arbeit und unser Auftrag wie von Anfangs: Hilfe dem ganzen Menschen nach Leib, Seele und Geist."

Nun durften wir anschließend mit dieser Erkenntnis reicher geworden noch mehr Alkoholiker, als vorher betreuen und das Sozialamt übernahm die Kosten für Kurmaßnahmen. Hierfür dürfen wir ganz besonders dankbar sein. Viele Ehemalige sind nun nicht nur "trocken" geblieben, sondern haben ihr Leben dem Herrn Jesus übergeben. Es gab auch Rückfälle. Aber gerade die, durch die Häuser des Blauen Kreuzes gegangenen Alkoholiker sind am wenigsten zurückgefallen.

Anneus hat sich über meine Sinnesänderung sehr gefreut.

              Das Wort Gottes sagte mir: "Schicket Euch in die Zeit!"

 

1973 wurde Anneus, der im Rheiderland als Ältestenprediger wirkte, in den vollzeitlichen Dienst des Blauen Kreuzes gerufen. Zuvor hatte er im Jahre 1971 entscheidend zur Gründung eines eigenen Vereines in Jemgum mitgewirkt. Die eigentliche Initiative ging von ihm aus. Fam. Abbas und Fam. Bertold de Vries und Pastor Petersen unterschrieben. P. Petersen gehört heute dem Vorstand des Blauen Kreuzes in Wuppertal-Barmen an. Da dürfen wir dankbar sein. Auch Anneus hat sich treu eingesetzt. Überall wurde er gerufen. In einem Gottesdienst in Jemgum wurde er durch P. Petersen ordiniert und gleichzeitig in den Dienst als Sekretär eingeführt. Das war ein wunderbarer Augenblick für mich. Anneus hielt eine kurze, konzentrierte Predigt über das anfangs erwähnte Bibelwort aus Luk 5:

              - Aber auf dein Wort hin will ich das Netz auswerfen. -

Uns geht es wie Petrus, er konnte es nicht allein schaffen. Darum winkte er seine Gesellen. Ihr lieben Rheiderländer aus Nord und Süd: Der Herr segne Euch, die Ihr mitgeholfen habt. Und Euch geht es wie uns, auch wir alle winken anderen Gesellen. Die Verantwortung ist so groß, daß wir es allein nicht schaffen.

 

Anneus war in Lübeck im Einsatz. Als er wiederkam, hatte er Beschwerden am Fuß. Er hinkte. Trotz aller ärztlichen Behandlung trat keine Besserung ein. zuletzt ergab die Untersuchung: Lebensgefährlich. Krebs. Das Bein mußte oberhalb des Knies abgenommen werden. Doch nach einem Jahr war auch seine Lunge vom Krebs betroffen. Am Sonntagmorgen, 09. Mai 1976 (Muttertag) rief unser Herr ihn heim. Das war für Foliene und seine Eltern und uns eine schwere Zeit. Abschied nehmen ist immer schwer. Das sind Zeiten der Trauer und der Anfechtung. Der Herr führt seine Leute oft sonderbar, doch auch wunderbar. Das werden wir bloß sicher erst danach zu sehen bekommen. Das stimmt:

Das "Dennoch" des Glaubens haben wir nur in der Anfechtung. Auf Anneus Grabstein steht:        Jesus ist Sieger!

 

Dies kann ich nur unterstreichen! Jesus hat dem Tode die Macht genommen und wird bald wiederkommen. Dankbar dürfen wir sein, daß der Herr auch Foliene die Kraft gegeben hat, die sie nötig hatte. Sie macht im Sinne Anneus' weiter im Dienst für Jesus. Immer noch sind in ihrem Hause die Blaukreuzstunden, wie zu den Zeiten, als Anneus noch lebte. Dazwischen findet dort die Gruppe unter der Leitung von Sup. P. Petersen statt, wie sie auch in der Woche in Stapelmoor mit Herm Swart und in Ihrhove mit Heini stattfindet.

 

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Wir freuen uns immer wieder und sind dankbar, daß in Stapelmoor ein so schöner Kreis entstanden ist.

Dazu treffen sich Gruppenteilnehmer aus dem nördlichen Rheiderland bei Fam. Bruno Reck in Nenndorp mit P. Petersen.

Der Herr segne alle Blaukreuzarbeit im Rheiderland. 

 

Für mich war oft die bange Frage im Raum: Wie soll es bloß weiter gehen?

Da auf einmal wußte unser Sohn Heinrich sich gerufen, in der Arbeit hier mitzumachen. Über einen Umweg hat ihn Gott wieder in diese Arbeit gerufen.

Das war vom Herrn geschehen und ein Wunder vor unseren Augen. Er war im EC Wymeer als Jugendbundleiter immer wieder mit Menschen konfrontiert worden, die Suchtprobleme hatten. 

Nun arbeitet er hier mit und leitet seit 1978 die Begegnungsgruppe.

Dafür wollen wir dankbar sein und ihn in der Fürbitte tragen helfen. Das gilt nicht nur für Heini, sondern für alle Mitarbeiter.

 

Wenn ich es richtig sehe, dann haben wir erfüllte Prophetie!

An Petrus können wir lernen, daß es in unserer Arbeit auf Zusammenarbeit ankommt. Oh, Ihr treuen Gesellen, ihr habt bisher mitgeholfen, Alkoholikern zu helfen. Bringt sie nun mit dahin, wo Petrus die Fische hinbrachte, zu Jesus.

Der Petrus sagte nur noch zu Jesus: Herr, gehe von mir hinaus, denn ich bin ein sündiger Mensch!

Der Herr gebe uns allen diese Bußfertigkeit. Das sind keine Leistungen, sondern Gnadengeschenke. Diese demütige Haltung wurde für Petrus ein neuer Auftrag: Von nun an wirst du Menschen fangen.

Danken möchte ich allen Mitarbeitern für ihre Treue in großen und kleinen Sachen. Ich denke an Schwester Else Nannen und Karl Lüpkes. Else hat jahrelang ihr Haus zur Verfügung gestellt. Das waren Jahre, die ich nicht vergessen kann.

Seit dem Heimgang von Anneus haben wir hier in Ihrhove 113 Menschen betreuen dürfen. Wie viele mögen es dazu noch im Rheiderland sein, die von den Mitarbeitern da begleitet werden?

Hier noch einige kurze Sätze, die ich an Euch weitergeben möchte:

                                 Gottlos werden ist viel leichter, als man meint.

                                 Gott  los werden, das ist das Allerschwerste.


 

Wer mehr als Jesu Wort will, der will weniger, als Jesus zu geben hat. -

          Die Liebe zu Jesus hat immer grenzüberschreitenden Charakter.

Wer die Botschaft vom Kreuz Christi nicht mehr predigt, spinnt den letzten Faden (Spurgeon)

          Der einzige Zweck deines Lebens ist: Gottes Verherrlichung.

          Was dich darin fördert, halte fest!

          Was dich hindert, weise ab.

Sollte ich jemand vergessen haben oder auch wichtige Dinge der Arbeit bitte ich um Vergebung.

 

 

Nun möchte ich mit einem Gotteswort abschließen:

  Offenbarung 1, 5 b

          Dem, der uns liebt und erlöst hat

          von unseren Sünden mit seinem Blut

          und hat uns zu Königen und Priestern gemacht

          vor Gott, seinem Vater, ihm sei Ehre und Gewalt

          von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Mit herzlichen Grüßen
Euer
Johannes Schaa


Verfasst: Sommer 1981

 

Lieber Papa,

ich habe versucht deine Sprache und deinen Stil beizubehalten,
auch, wenn ich auch hin und wieder kleine Veränderungen vorgenommen habe. Du bist damit einverstanden.  Herzlichen Dank!

Dein Sohn  
Heinrich
(Sommer 1981)

 

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