Alcopops

Moormerland

03.04.2009

Kinder auf Spielplatz hatten 1,1 Promille

Von Wolfgang Malzahn

Ein 13-jähriger Junge und ein 15-jähriges Mädchen wurden mit Alkohol erwischt. Bereits am Montag war eine 13 Jahre alte Besucherin des Frühlingsmarkts in Warsingsfehn volltrunken in eine Klinik eingeliefert worden. Das Jugendamt des Landkreises Leer wurde eingeschaltet.

Moormerland - Erneut sind in Warsingsfehn betrunkene Kinder und Jugendliche ihren Eltern übergeben worden. Ein 13-jähriger Junge und ein 15-jähriges Mädchen hatten auf dem Rathausmarkt Alkohol-Mixgetränke verzehrt ­ - am helllichten Tag um 16 Uhr.

Zur gleichen Zeit hatten sich mehrere Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 16 Jahren auf dem Spielplatz der Focko-Weiland-Schule in Warsingsfehn getroffen und eine Flasche Wodka-Feige kreisen lassen. Diese Kinder hatte durchweg 1,1 Promille im Blut. Auf dem Spielplatz lagen jede Menge Scherben von zerbrochenen Flaschen.

Hauptkommissar Johann Pottberg, Leiter der Polizeistation Moormerland, spricht von einem „Phänomen”, dem unbedingt entgegenzuwirken sei: „Da es anscheinend einen zunehmenden Alkoholkonsum im Bereich Moormerland gibt, müssen kurzfristig geeignete Maßnahmen ergriffen werden.” Erst am Montag war auf dem Frühlingsfest ein 13¬jähriges Mädchen mit 2,3 Promille in eine Klinik eingeliefert worden. Ihr 19-jähriger Begleiter, der ihr auch den Alkohol gegeben hatte, war offensichtlich noch wesentlich betrunkener (die OZ berichtete).

Nach Einschätzung von Hauptkommissar Pottberg ist eine Lösung der Probleme nicht in Sicht. Die jungen Leute, so Pottberg, kommen durchweg aus einem schwierigen sozialen Umfeld. An den Alkohol kommen sie, wie sie vor der Polizei zugegeben haben, durch Diebstähle ­ entweder zu Hause oder in Geschäften. Teilweise seien die Eltern mit der Erziehung überfordert. Deshalb habe die Polizei das Jugendamt eingeschaltet.

 

 

 

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Alcopops im Trend

Zielgruppe: Jugendliche!

Die sogenannten Alcopops (alkoholhaltige Getränke mit süßem Limonadengeschmack) sind seit einiger Zeit Kultgetränke mit steigender Tendenz bei jungen Leuten – und laut Expertenmeinung "Einstieg in die Sucht". Da der Alkoholgeschmack durch die Süße überdeckt wird, liegt die Gefahr dieser Getränke im regelmäßigen Konsum durch Jugendliche, die dadurch an Alkohol gewöhnt werden.
Häufig mit den Namen beliebter alkoholischer Cocktails versehen, fix und fertig zum Verzehr, in fast allen Farben zu haben und vor allem – für Jugendliche leicht zu erwerben.
Testeinkäufe haben ergeben, dass diese alkoholischen Mixgetränke auch an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden!

Sie schmecken kaum anders als Saft, enthalten aber bis zu fünf Prozent Alkohol: Alcopops. Sie sind derzeit die Renner unter jungen Leuten. Doch diese Mischgetränke können jungen Menschen ganz schön gefährlich werden.

Einstiegsdroge in die Alkoholabhängigkeit

Sicherlich kennst Du die Mischgetränke auf der Basis von Rum, Wodka oder Whisky. Sie werden Alcopops oder Hyperdrinks genannt. Vielleicht hast Du eines dieser Getränke auch schon mal probiert. Dann weißt Du, dass sie kaum anders als irgendwelche süßen Fertigsäfte schmecken. Doch das ist gerade die große Gefahr bei diesen "Verführern". Da der Alkoholgeschmack durch die Süße überdeckt wird, liegt die Gefahr dieser Getränke im regelmäßigen Konsum durch junge Menschen. Dadurch können sie sich schnell an Alkohol gewöhnen. Alcopops sind die Einstiegsdroge in die Alkoholabhängigkeit, sagen Suchtexperten.

Warnungen für junge Leute

Bereits ein Viertel aller Mädchen und mehr als ein Drittel der Jungs unter 18 Jahren trinken nach einer wissenschaftlichen Untersuchung regelmäßig Alkohol. Und besonders angesagt sind die scheinbar harmlosen Mix-Getränke. Nachdem das Bundesfamilienministerium die immer beliebteren alkoholischen Mixgetränke kritisiert hatte, will die Schnapsindustrie demnächst freiwillig Warnungen für junge Leute auf den Flaschen anbringen. Doch was nützt die Warnung, wenn sich junge Menschen nicht über die Folgen des Alkoholkonsums bewusst sind und die Dinger daher trotzdem trinken.

Alkohol schädigt Organe und Nervensystem

Regelmäßiger Alkoholkonsum kann süchtig machen und schließlich schwere Krankheiten auslösen. Dazu gehören zum Beispiel Schädigungen von Organen und des Nervensystems sowie psychische Krankheiten. Vor allem das Gehirn und das Nervensystem werden schnell geschädigt. Jeder stärkere Alkoholkonsum lässt Gehirnzellen absterben. Alcopops solltest Du einfach denen überlassen, die offenbar sowieso keine Gehirnzellen mehr brauchen. Mit Problemen rund um den Alkohol und Alkoholmissbrauch beschäftigt sich übrigens das Institut für Suchtforschung an der Fachhochschule Frankfurt am Main (ISFF).

 

Weiterführende Links:

Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
 

 

 

Alcopops: Konsum "dramatisch angestiegen"
veröffentlicht: 19.01.04 - 15:13

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Bei Alcopops handelt es sich im Wesentlichen um Limonadengetränke, denen destillierter Alkohol (Spirituosen, Branntwein) zugefügt wird. Foto: AP

Der Konsum von so genannten Alcopops ist einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge seit 1998 "dramatisch angestiegen". Die repräsentative Erhebung ergab nach Angaben der BZgA von Montag, dass 2003 von der Gesamtbevölkerung vier Mal so viele Alcopops gekauft wurden wie 1998. Mit der Kaufhäufigkeit steige auch der Konsum, warnte die BZgA.

Bei den bis 29-Jährigen hat sich die gekaufte Menge der mit Spirituosen gemischten Limonadegetränke den Angaben zufolge sogar fast versechsfacht (von 7 Prozent auf 40 Prozent). Tranken 1998 neun Prozent der 14- bis 29-Jährigen mindestens einmal im Monat Alcopops, so waren es 2003 bereits 42 Prozent. Bei den 14- bis 17-Jährigen lag der Anteil im vergangenen Jahr sogar bei 48 Prozent.

In der Gruppe der 14- bis 17-Jährigen sind Alcopops damit die beliebtesten alkoholischen Getränke vor Bier, Wein/Sekt und Spirituosen. 52 Prozent der 16- und 17-Jährigen gaben in der Studie an, im letzten Monat Alcopops gekauft zu haben. Bei den 14- und 15-Jährigen waren es 26 Prozent. Dabei gab es zwischen Jungen und Mädchen keine Unterschiede.

Gleichzeitig sagten jedoch 54 Prozent der befragten Jugendlichen, sie tränken eigentlich keine hochprozentigen Alkoholika. Diese Fehleinschätzung des eigenen Konsums rührt nach Ansicht der BZgA daher, dass der süße Geschmack der alkoholischen Mixgetränke den Spirituosengeschmack überdeckt und den Eindruck eines Erfrischungsgetränkes vermittelt.

BZgA-Direktorin Elisabeth Pott warnte deshalb, Alcopops stellten "eine Gefährdung für junge Menschen dar". Als Folge der Verfügbarkeit, des süßen Fruchtgeschmacks und des positiven Images der Getränke entwickelten "junge Menschen immer früher einen regelmäßigen Alkoholkonsum".

k