SYMPTOME der Onlinesucht


Folgende Warnzeichen weisen auf eine Internet-Sucht hin:

  • Häufiges unüberwindbares Verlangen, sich ins Netz einzuloggen.
  • Verlust der Kontrolle über die Internet-Nutzung. Damit sind meist Schuldgefühle verbunden.
  • Sozial störende Auffälligkeiten im engsten Kreis der Bezugspersonen.
  • Verheimlichung der Nutzungsgewohnheiten.
  • Weniger als fünf Stunden Schlaf, um mehr online sein zu können.
  • Vergeblicher Versuch, die Aktivitäten im Netz zu reduzieren.
  • Nervosität, Reizbarkeit oder Depressionen als Entzugserscheinungen.


    Surf-Sucht:
    Kann behandelt werden. Behandlung muss individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Meist hilft eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten (v. a. Antidepressiva).


    Tipps:

  • Entfernen Sie die Computer aus dem unmittelbaren Wohnbereich.
  • Erstellen Sie einen Wochenplan für Ihre Online-Sitzungen.
  • Reden Sie offen über das Suchtproblem.
  • Schränken Sie Ihre Onlinezeiten ohne völligen Verzicht ein!
  • Finden Sie ein neues Hobby oder frischen Sie ein altes wieder auf!
  • Hinterfragen Sie sich genau und stellen Sie fest, was Sie genau im Internet suchen (und finden?), das Sie in der Realität nicht haben!
  • Schreiben Sie Ihre Erlebnisse nieder, Sie verarbeiten durch das geschriebene Wort eine ganze Menge und erkennen dadurch oftmals erst bewusst Ihr Fehlverhalten
  • Verabreden Sie sich mit Ihren Online-Bekanntschaften nicht online, sondern offline!
  • Wenn Sie es allein nicht schaffen, Ihre Abhängigkeit zu besiegen, suchen Sie einen guten Therapeuten auf.


    Das können Angehörige tun:

  • Versuchen Sie zu verstehen, was Ihr(e) PartnerIn im Internet sucht und anscheinend findet. Bitten Sie den Betroffenen, Ihnen dies in einem offenen Gespräch zu erklären. Stellen Sie ihn nicht zur Rede, sondern schaffen Sie für dieses Gespräch eine gemütliche, harmonische Atmosphäre. Passen Sie den richtigen Zeitpunkt ab, der sicher nicht gegeben ist, wenn sich der Betroffene (mal wieder) gerade einloggt
  • Zeigen Sie deutliches Interesse an der Computer-"Tätigkeit" Ihres Partners
  • Beschaffen Sie sich Literatur zum Thema und stellen Sie diese dem Betroffenen zur Verfügung (siehe unter Literatur))
  • Machen Sie dem Betroffenen keine Vorwürfe, denn es würde seine Sucht verstärken und ihn noch weiter von Ihnen entfernen
  • Sagen Sie Ihrem Partner deutlich, wie SIE sich an seiner/ihrer Seite dabei fühlen, dass Sie sich ausgegrenzt vorkommen und dass Sie unter dem Partnerentzug leiden. Sprechen Sie aber ausschliesslich nur von Ihren eigenen Gefühlen, ohne Vorwürfe gegen den Betroffenen!
  • Tauschen Sie sich mit anderen Onlinesüchtigen und deren Angehörigen aus
  • Begleiten Sie den Betroffenen zu einem Therapeuten
  • Bedienen/ beköstigen Sie den Onlinesüchtigen nicht an seinem Rechner (weil er ja noch so viel zu arbeiten hat), sondern halten Sie die Essenszeiten und -sitten wie gewohnt ein, zu denen Sie Ihren Partner dann hinzu bitten
  • Laden Sie mal wieder Freunde ein! Beschweren Sie sich aber nicht in deren Beisein über Ihren suchtkranken Partner, berühren Sie dieses Thema gar nicht. Zeigen Sie ihm ganz bewusst, dass ein "Offline-Leben" auch Spass machen kann.
  • Nehmen Sie den Betroffenen in die Verantwortung. Zeigen Sie ihm, dass er Ihnen wichtig ist und erinnern ihn (und sich selbst) daran, dass Sie sich vorgenommen haben, Probleme gemeinsam zu meistern!


    Oft werden wir nach einem "Fragebogen" gefragt, mit dessen Hilfe der Einzelne vielleicht eruieren kann, ob er betroffen ist oder nicht. Generell halte ich nicht viel von dieser Fragebogenaktion, dennoch helfen vielleicht doch einige Kriterien, sich der Thematik ernsthaft zu stellen und sein Verhalten zu überdenken. Am Sinnvollsten erscheint mir daher die Checkliste aus der österreichischen Studie (Zimmerl und Panosch) zu sein, die wir hier zitieren wollen:

  • Zimmerl und Panosch empfehlen folgende diagnostische Kriterien:
    Füllen Sie die Checkliste aus, machen Sie für jede zutreffende Antwort ein Kreuz in das zuständige Kästchen

  • häufiger, unwiderstehlicher Drang, ins Internet einzuloggen
  • Kontrollverluste (= länger als intendiert online verweilen), einhergehend mit Schuldgefühlen
  • negative soziale Auffälligkeit im engsten Umkreis
  • nachlassende Arbeitsfähigkeit
  • Verheimlichung des Ausmaßes der Online-Zeiten
  • Psychische Irritabilität bei Verhinderung online zu sein
  • mehrfache vergebliche Versuche der Einschränkung

    Zimmerl und Panosch unterteilen in drei Stadien. Überprüfen Sie nun die Antworten anhand der drei Stadien:

  • Das Gefährdungsstatium: Dieses ist gegeben, wenn 3 der oben beschriebenen Kriterien über 6 Monate vorhanden sind.
  • Das kritische Stadium: Hier müssen es bereits 4 Kriterien über einen Zeitraum von 4 Monaten sein.
  • Das chronische Stadium: Dies ist gegeben, wenn das kritische Stadium mit den 4 Kriterien überstiegen wird und bereits Folgeschäden auftreten, z.B. Jobverlust, Trennung von Partnern, Abkapselung von der Familie, Verschuldung oder physische Schäden, z.B. der Augen oder der Wirbelsäule.
    Hinweis
    :


    Wer sich selbst (oder seine Kinder) vor dem Aufrufen bestimmter Internetinhalte schützen und/oder seine Verweildauer im Internet zeitlich begrenzen möchte, kann die entsprechende Software
  • H I E R unter http://www.tss-productions.de/wintimer/index.htm runterladen.

    Unter dem Menue "FACHLICHE HILFE" haben wir Ärzte, Therapeuten und Kliniken aufgeführt, die Erfahrungen in der Behandlung von Onlinesüchtigen haben!

    k